Herzlich willkommen im Stadtjäger Bereich.
Ob umgewühlte Mülltonnen, Geräusche im Dachgeschoss oder Fraßschäden im Garten: Über diesen Bereich vermitteln wir unkompliziert den Kontakt zu einem örtlichen Jäger. Die Jäger handeln ehrenamtlich und eigenverantwortlich.
Unsere Arbeit konzentriert sich vor allem auf den Waschbären als invasive Art. Ziel ist es, seine Ausbreitung einzuschränken und die heimische Tierwelt zu schützen. Einsätze bei Marder, Fuchs oder Nutria erfolgen nur in begründeten Einzelfällen, etwa bei Schäden oder konkreten Gefährdungen.
Grundlage sind die geltenden Jagd und Schonzeiten in Niedersachsen:
Während der Schonzeit lassen wir die Fallenjagd zum Schutz führender Tiere in der Regel ruhen. In dieser Zeit kommen vor allem vorbeugende oder vergrämende Maßnahmen infrage, beispielsweise gesicherte Müllbehälter, verschlossene Einstiegsmöglichkeiten oder andere Schutzmaßnahmen am Gebäude.
Die Beseitigung bereits verendeter Tiere gehört nicht zu unseren Aufgaben. Auf Privatgrundstücken sind in der Regel der Eigentümer oder Tierbesitzer zuständig. Ansprechpartner sind das Veterinäramt oder die vom Landkreis benannte Tierkörperbeseitigung. Im öffentlichen Raum sind meist Kommune, Ordnungsamt oder der zuständige Straßenbaulastträger verantwortlich.
Wenn Sie auf Ihrem Privatgrundstück Probleme mit Waschbären oder Mardern haben und unsere Unterstützung wünschen, füllen Sie bitte unser Kontaktformular aus. Alternativ können sie auch direkt an stadtjaeger(at)jaegerschaft-goslar.de eine eMail senden. Mit dem Absenden des Kontaktformulars oder einer E-Mail erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre angegebenen Daten zum Zweck der Bearbeitung Ihrer Anfrage an die Gruppe der Stadtjäger weitergeleitet und dort verarbeitet werden.
Wichtig sind dabei:
Ohne diese Angaben können wir Ihr Anliegen leider nicht an einen passenden Jäger in Ihrem Wohnumfeld vermitteln. Die Jäger sind ehrenamtlich in ihrer Freizeit tätig und können sich daher nicht immer am selben Tag bei Ihnen melden. Wir bitten deshalb um etwas Geduld. Im Einsatz werden lediglich die tatsächlich entstehenden Unkosten berechnet. Ein Gewinnaufschlag wird nicht erhoben, denn unser Ziel ist vorangig der Schutz heimischer Tierarten. Für eine Erstberatung vor Ort wird eventuell eine Schutzgebühr von 30 € erhoben. Bitte beachten Sie außerdem, dass gefangene Waschbären nicht wieder freigelassen werden dürfen, sondern nach den gesetzlichen Vorgaben tierschutzgerecht zu töten sind.
Vielen Dank für Ihr Vertrauen in die Stadtjäger, gemeinsam sorgen wir dafür, dass unsere einheimische Fauna geschützt bleibt!
---> ZUM KONTAKTFORMULAR <---
Hier können Sie den Vertrag schon vorab ansehen, den der beauftragte Stadtjäger später in Papierform mitbringt. Auch die anfallenden Selbstkosten sind darin beschrieben.
Hinweis: Bitte füllen Sie das Formular nicht selbst aus. Es ist nur zur Ansicht gedacht. Nutzen Sie bitte unser Kontaktformular, wir melden uns dann bei Ihnen.
Waschbären (Procyon lotor) sind zwar niedlich anzusehen, richten in unserem heimischen Ökosystem jedoch erheblichen Schaden an. Insbesondere in dicht besiedelten oder naturnahen Bereichen stellen sie eine ernsthafte Gefahr für einheimische Wildtiere dar:
Raub an Nestern brütender Vögel
Waschbären plündern Eier und Jungvögel von Arten wie Kiebitz (Vanellus vanellus), Feldlerche (Alauda arvensis) oder Großer Brachvogel (Numenius arquata). Das führt dazu, dass diese in ihren Beständen stark gefährdet werden und in manchen Regionen bereits Rückgänge verzeichnen.
Beutezug bei Amphibien und Kleinsäugern
Amphibien wie Teichfrosch (Rana lessonae) und Grasfrosch (Rana temporaria) sind in der Laichzeit leichte Beute. Ebenso fressen Waschbären gerne Mäuse oder Wühlmäuse (Arvicolinae), was wiederum Greifvögeln wie Mäusebussard (Buteo buteo) die Nahrungsgrundlage entzieht.
Verdrängung anderer Kleinsäuger und Steinmarder
Indem Waschbären Baumhöhlen und Nisthöhlen besetzen, vermindern sie den Lebensraum für Steinmarder (Martes foina) und heimische Fledermausarten. Steinmarder selbst sind zwar einheimisch, haben aber gegen die Fresswut und Anpassungsfähigkeit des Waschbären kaum eine Chance, wenn beide um die gleichen Unterschlüpfe konkurrieren.
Langfristige Folgen für das Gleichgewicht
Durch diese starken Eingriffe in die Nahrungsketten können ganze Wanderungs- oder Fortpflanzungsmuster bei Vögeln, Amphibien und kleinen Säugern gestört werden. Das schlägt sich letztlich auf höhere Prädatoren wie Eulen und Greifvögel nieder und gefährdet die Artenvielfalt insgesamt.
Eine fachgerechte, tierschutzkonforme Fallenjagd ist derzeit der effektivste Weg, um Waschbärbestände dort einzudämmen, wo sie das Ökosystem massiv stören. Unsere Stadtjäger nutzen nur zugelassene Lebendfallen und arbeiten nach den geltenden jagdrechtlichen Vorgaben, damit die Tiere so stressarm wie möglich gefangen werden.
Parasitenrisiko durch Waschbären – kurz und knapp
Zusätzlich zum ökologischen Schaden können Waschbären den Waschbärspulwurm (Baylisascaris procyonis) in sich tragen.
Übertragung: Die Wurmeier gelangen über den Kot in Boden, Sandkästen oder auf Gehwege. Kinder oder Haustiere, die mit kontaminiertem Material in Berührung kommen und sich später anfassen, können die Eier verschlucken.
Erkrankung: Gelingt es den Larven, in den menschlichen Körper einzudringen, können sie zu Entzündungen oder in seltenen Fällen zu neurologischen Schäden welch häufig zum Tod führen. Glücklicherweise sind in Deutschland bisher nur sehr wenige Fälle dokumentiert, da die tatsächliche Infektionsrate in dicht besiedelten Gebieten noch überschaubar ist. Trotzdem ist Vorsicht geboten und eine zügige Entfernung von Waschbärkot wichtig.
Lesen Sie dazu auch den Artikel vom Deutschen Jagdverband.