Rund 80 Mitglieder waren der Einladung zur diesjährigen Hegeringversammlung im Schützehof Nemeyer gefolgt.
Auf die Feststellung der Regularien folgte die Totenehrung. Hierbei wurde mit einer kurzen Rückschau auf sein Leben Thomas Rippen gedacht, der nach langer Krankheit, aber viel zu jung am 05.09.2025 aus dem Leben geschieden ist.
Sodann wurde es auch schon fachlich: Frank Roeles, Angestellter der Landesjägerschaft Niedersachsen und Leiter der Rebhuhnaufzuchtstation in Merzen bei Osnabrück referierte über praxistaugliche Möglichkeiten der Niederwildhege, die im Einklang mit der Landwirtschaft stehen. So schlug er beispielsweise vor, die Grabenkanten jährlich wechselnd nur einseitig zu mulchen, um auf diese Weise dem Niederwild bevorzugte Brut- und Rückzugsmöglichekeiten zu belassen. Ohnehin sollte nach Ansicht des Landwirt-Sohns bis Ende August / September mit dem Mulchen abgewartet werden. Bei der Anlage von Ackerrandstreifen plädierte er für eine gewisse “Unordnung”, um dem Raubwild ein systematisches Aufsuchen von Beute zu erschweren. Die Verwendung von krautige Pflanzen (z.B. Beifuß, weiße Taubennessel und Rainfarn) käme dabei insbesondere dem Hasen zugute. Darüber hinaus gab er zu bedenken, dass nur mehrjährige Blühflächen Brutmöglichkeiten böten. Solche Blühflächen sollten zudem sehr dünn angesät werden, weil offene Blühflächen dem Fasan das Jagen nach Insekten erleichtern. Er stellte aber auch anhand wissenschaftlicher Befunde fest, dass es damit nicht getan ist. Zentrales Element der Niederwildhege bleibe die Raubwildbejagung, insbesondere auf Fuchs und Marder. Schließlich würden 80% der Gelege nachweislich nachts verloren gehen. Monokulturen und Flurbegradigungen verschafften diesem Raubwild einen entscheidenden Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Niederwild.
Weil der Gastrednervortrag aus organisatorischen Gründen vorgezogen worden war, folgten schließlich Grußworte der Bürgermeisterin Petra Knetemann, des Kreisjägermeisters Christian Schulze-Döring und des Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Hartmut Cordes.
Das Berichtswesen des Vorstandes und der Obleute machte deutlich, dass der Hegering mit seinen Aktivitäten im abgelaufenen Jahr erneut sehr umtriebig gewesen ist, was bereits unterjährig auf diesem Internetauftritt ausführlich dargestellt wurde. Daneben gab es Auszeichnungen und Präsente für die Hundeführergespanne, die im abgelaufenen Jagdjahr erfolgreich ihre Prüfung abgelegt hatten. Eigens dafür war zuvor vom Hundeobmann ein Plakettenbrett in Auftrag gegeben worden, auf dem sich Caersar von Neuarenberg als bester Nachwuchshund bzw. dessen Führer Wolfgang Siefkes sich in diesem Jahr verewigte.
Schließlich folgten einige Ehrungen: So wurden Friedrich Setje-Eilers und Jürgen Belz jeweils für ihre 50jährige Mitgliedschaft im Hegering geehrt. Für ihre eiserne Treue (65 Jahre) wurden zudem Gerd Pieper und Hinrich Bischoff sen. geehrt. Letzterer hatte während dieser Zeit u.a. 20 Jahre die Geschicke des Hegerings als Vorsitzender geleitet und im Zuge dessen u.a. die Ferienpassaktion Anfang der 90er aus der Taufe gehoben. Darüber hinaus wurden drei Mitglieder entlassen - und zwar in den Status der Ehrenmitgliedschaft: Johann Westendorf, Jan-Dieter Brüntjen und Gerold Kahle haben jeweils 50 Jahre Mitgliedschaft "auf dem Buckel" und jüngst ihr 80. Lebensjahres vollendet. Was des einen Freud, ist des Kassenwarts “Leid”: Ehrenmitglieder sind zukünftig von der Beitragspflicht befreit.
Den letzten Beitrag an diesem Abend lieferte schließlich das Jagdhornbläsercorps Edewecht, welches die Veranstaltung dann gegen 21:45 Uhr sprichwörtlich abblies.