Sie befinden sich hier: Startseite / Über uns / Aktuelles / Mitgliederversammlung Landesjägerschaft Niedersachsen

Mitgliederversammlung Landesjägerschaft Niedersachsen

Mitgliedersammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.

Heute fand in der Alten Reithalle in Soltau die Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) statt. Zahlreiche Gäste aus Politik und seitens befreundeter Verbände folgten der Einladung. Im besonderen Fokus der Jagd- und verbandspolitischen Ausführungen von LJN-Präsident Helmut Dammann-Tamke standen neben den aktuellen Entwicklungen um die Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes auch zwei Wildarten: das Rotwild und das Birkwild:

„Es ist fünf vor zwölf“, so Dammann-Tamke mit Blick auf die beiden Charakterarten der Lüneburger Heide: „So unterschiedlich Rotwild und Birkwild auch sind, es eint sie, dass wir im Umgang mit ihnen vor großen Herausforderungen stehen.“ Noch sei es aber für beide Arten nicht zu spät - ein Umdenken aber dringend notwendig. Während die Ausgangslage in Niedersachsen beim Rotwild glücklicherweise noch nicht existenzbedrohend sei, sähe dies beim Birkwild anders aus und hier habe das Land eine besondere Verantwortung. Die Lüneburger Heide beherberge das letzte autochthone Vorkommen im mitteleuropäischen Tiefland:

„Beim Birkwild geht es insbesondere um die Intensivierung der Beutegreiferbejagung. Hier müssen alle beteiligten Partner Farbe bekennen: Wollen wir das Birkwild hier erhalten geht das nur über ein intensives und flächendeckendes Prädatorenmanagement.“ Lücken dürfe es weder in privaten Revieren noch in denen der öffentlichen Hand geben.

Beim Rotwild lägen die Herausforderungen an anderer Stelle: „Klar ist, wir müssen auch in Niedersachsen den genetischen Austausch sicherstellen. Dazu brauchen wir mehr Grünbrücken oder andere für das Rotwild geeignete Querungshilfen.“ Hinzukommen müsse eine deutlich stärkere Berücksichtigung der Wildökologischen Raumplanung und hier speziell der Bedürfnisse der Wildtiere. Beides seien nicht zuletzt auch Ergebnisse des 1. Wildtierforums Niedersachsen gewesen, das die Landesjägerschaft Mitte April unter dem Motto „Rotwild – Situation, Chancen und Herausforderungen“ ausgerichtet hatte.

Neben diesen beiden Wildarten ging der Verbandspräsident auch ausführlich auf die geplante Novellierung des Niedersächsischen Jagdgesetzes ein: „Der nun vorliegende Gesetzentwurf der Landesregierung zeigt eines ganz deutlich: Unsere verbandliche Arbeit und die Großdemonstration am 30. Januar 2025 mit 20.000 Teilnehmern hat sehr deutliche Wirkung gezeigt!“, so Dammann-Tamke. Zwar gebe es nach wie vor Punkte in dem Entwurf, die weder wildbiogisch noch jagdfachlich nachvollziehbar seien und die der Verband im Rahmen einer kommenden Expertenanhörung nochmal in aller Deutlichkeit darstellen werde, im Vergleich zu den ursprünglich geplanten Änderungen habe man allerdings viel erreicht. Insbesondere das der Gesetzentwurf kein Verbot oder Einschränkungen bei der Jagdhundeausbildung vorsehe, sei ein großer Erfolg. Sehr genau werde der Verband aber die im Gesetzentwurf angekündigten Verordnungen im Auge behalten – Einschränkungen über den Verordnungswege dürfe es auch beim Thema Jagdhundeausbildung nicht geben.   

Zu den geplanten Regelungen den Wolf betreffend, fasste Dammann-Tamke die Kritik des Verbandes prägnant zusammen: „Wir erwarten schlicht, dass sich die Landeregierung an ihre selbst gegebene Zusage hält, die Möglichkeiten, die das Bundesjagdgesetz bietet, vollumfänglich umzusetzen.“ Dies sei bislang so noch nicht zu erkennen, hier erwarte die Landesjägerschaft dringend noch Nachbesserungen.       

Auch innerverbandliche Themen, wie die geplante Einführung einer neuen Mitgliederverwaltung, der neue Verbandsbericht sowie die Auszeichnung verdienter Funktionsträger mit der LJN-Verdienstnadel in Gold – der höchsten Auszeichnung, die die Landesjägerschaft Niedersachsen zu vergeben hat –  standen auf der Tagesordnung. Der diesjährige Gastvortrag von Christine Fischer widmete sich einem anderen wichtigen und aktuellen Thema: Die Darstellung der Jagd in den Sozialen Medien - wo liegen Chancen, wo die Risiken.

Am Nachmittag standen noch die verbandsinternen Regularien auf dem Programm.