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44. Mitgliederversammlung der Jägerschaft im Schützenhaus Wulften

Jagdgesetz in Niedersachsen soll geändert werden

Ehrung Dr. Schumann und Kreisjägermeister C. Deig

Ehrung des Bläserobmanns Dirk Böger und des Musikalischen Leiters Lutz Kobrig

40 Jahre Mitgliedschaft - Helmut Trümper und Rolf Bohne

Verleihung des Bruches für den stärksten Rehbock an Horst Bremer vom Revier Hörden I-Ost

Die Damen der Jägerschaft wurden mit einem Blumenstrauß geehrt !

Referent Sören Peters bei seinem Vortrag zur effektiven Bejagung von Krähen

Wulften (pb). Während der gut besuchten Mitgliederversammlung der Jägerschaft des Landkreises Osterode, die zum 44sten mal im Schützenhaus Wulften stattfand, berichtete der erste Vorsitzende, Dr. Karl Schumann über den Wolf in Niedersachsen und die angekündigte Änderung des Landesjagdgesetzes.

 

Isegrim ist auf natürlichem Wege wieder zurück nach Niedersachsen gekommen, schneller als erwartet und er vermehrt sich stärker als von Jägern und Tierhaltern gewünscht.

„Ich persönlich habe dies so nicht für möglich gehalten, als im Jahr 2000 zum ersten Mal über Wölfe in Deutschland berichtet worden ist.

Der Wolf unterliegt dem Naturschutzrecht und zählt zu den am strengsten geschützten Tierarten in ganz Europa, wie wir alle wissen! Dies soll in Niedersachsen auch so bleiben!“, fordert der 1. Vorsitzende der Jägerschaft. „Verhalten wir uns als Jäger hier nicht absolut korrekt, würden uns die Jagdgegner mit Sicherheit in den Medien hart angreifen. Die Akzeptanz der Jagd in der Öffentlichkeit könnte darunter leiden“, so Schumann weiter.

Er appelliert daher an alle Jäger: Wenn Sie den ersten Wolf hier bei uns im Harz sehen sollten, beobachten sie und geben sie Informationen an Dr. Britta Habbe weiter! Die Landesjägerschaft Niedersachsen hat mit der Diplombiologin und Jägerin Dr. Britta Habbe die Expertin zum Thema Wolf in Niedersachsen! Sie ist verantwortlich für das Wolfsmonitoring in Niedersachsen, erarbeitet und veröffentlicht alle Daten und Fakten zum Wolf in Niedersachsen. Sie untersucht den Einfluss der Wölfe auf die Wildtierpopulationen und erfasst die Schäden in den Haustierbeständen. Unterstützen wir Sie! 

 

In seinem Bericht ging er auf zwei weitere für die Jägerinnen und Jäger im Landkreis wichtigen Jagd- und Verbandspolitischen Aspekte ein: Die angekündigte Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes und die anstehende Fusion der Landkreise Osterode und Göttingen ein.

 

Das Jagdgesetz steht auf der Agenda der Rot-Grünen Koalitionsregierung in Hannover. „Unsere wichtigste Erwartung ist, dass die anstehenden Änderungen im Gesetz gemeinsam im Dialog von allen betroffenen Akteuren erarbeitet werden“, fordert Schumann.

Die bisherigen Erfahrungen von uns Jägern mit dem grünen Landwirtschaftsminister Meyer sehen leider anders aus! Statt im Dialog gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die von allen betroffenen akzeptiert werden können, verkündet er einfach von oben herab Änderungen, wie bei der Einführung der bleifreien Munition in den Landesforsten. Dies sollte den angekündigten Änderungen des Jagdgesetzes anders laufen. Dies gilt besonders bei der Jagd auf Gänse und der Fangjagd.

Wir Jäger wollen weiterhin die großen Gänsebestände nachhaltig durch Jagd nutzen und mit der Lebendfalle jagen dürfen. Denn diese sachkundig ausgeführte Fangjagd sei notwendig, um die Populationen von Fuchs, Waschbär, Dachs, Marder und Marderhund zu verringern, wo dies notwendig ist. „Wir wünschen uns, dass die Politik uns Jägerinnen und Jägerin den Rücken stärkt“. Dieser Wunsch ging insbesondere an MdL Karl-Heinz Hausmann, der wieder zur Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft gekommen war.
Beim stellvertretenden Landrat Klaus Liebig bedankte er sich im Namen der Mitglieder für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der unteren Jagdbehörde, dem Boden- und Naturschutz und natürlich dem Veterinäramt des Landkreises.  Der Fusionsvertrag ist inzwischen unterschrieben und die Verwaltungen in den beiden Landkreisen bereiten sich intern auf die Fusion vor und organisieren die neuen Strukturen der Kreisverwaltung.

Die drei Jägerschaften im Landkreis Göttingen: Duderstadt, Göttingen und Münden gehen hier einen anderen Weg als die Politik. Anstatt zu fusionieren, bleiben die dann vier Jägerschaften im Landkreis Göttingen selbstständig. Sie werden aber in allen wichtigen Bereichen eng miteinander kooperieren und sich bei allen wichtigen Fragen abstimmen.

„Aus gut unterrichteten Kreisen ist inzwischen zu hören, dass die Jagdsteuer nach der Fusion der beiden Landkreise auf dem höheren Niveau von 20% des Landkreis Göttingen bleiben wird. Die Revierpächter im Landkreis Osterode zahlen derzeit 15% Jagdsteuer und müssen nach der Fusion dann 20% zahlen“, fasst Schumann seine Befürchtungen zusammen. „Die Jagdsteuer ist aus Sicht der Revierinhaber, die sie zahlen müssen, in der heutigen Zeit weiterhin ein Ärgernis! Ihr finanzielles Engagement bei der Hege und dem Naturschutz in ihren Revieren wird regelrecht bestraft, wenn sie auf diese Ausgaben noch Steuern zahlen müssen! Hier erwarten wir von der Politik, dass nicht nur kassiert wird, sondern dass wir Jäger bei der Durchführung unseres gesetzlichen Auftrages auch finanziell unterstützt werden! Beispielsweise bei den Wildwarnreflektoren, um die immer noch hohe Zahl von Wildunfällen zu senken. Hier könnte sich der Landkreis an den entstehenden Kosten angemessen beteiligen“, fordert Schumann.

Klaus Liebig ging in seinem Grußwort als stellvertretender Landrat auch auf das sehr gute Verhältnis des Landkreises zur Jägerschaft ein. Problemfelder würden auch angesprochen und nicht ausgesessen. Garant dafür seien halt Partner, die sich offen auf Augenhöhe begegnen und Probleme miteinander erörtern. So seien beispielsweise die Gespräche bei Ortsterminen stets sehr konstruktiv gewesen. Der Sprecher dankte den Jägerinnen und Jägern auch dafür, dass sie mit ihrer regen Beteiligung in der verschiedenen Untersuchungsprogrammen und der Unterstützung durch Probengewinnung einen hohen Beitrag im Bereich der Tiergesundheit leisteten. Nicht geringer sei deren Einsatz im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzes, des Erhalts naturnaher Lebensräume für die Tiere. Ausdrücklich lobte er aber die Anschaffung des neuen Info-Mobils „Lernort Natur“.

 

Wulftens Bürgermeister Henning Kruse trat als Hausherr vors Mikrophon. Er versicherte, dass die Kreisjägerschaft stets herzlich willkommen sei, und dass er sich schon jetzt auf die 50ste Jahreshauptversammlung freue.

 

Dr. Schumann ging aber auch auf „23 Jahre Wildtiererfassung in Niedersachsen“ ein. Seit so geraumer Zeit liefere man eine immer bessere Datengrundlage über die Populationsentwicklung der Wildarten in diesem Bundesland. Zusammen mit den Streckenberichten sei sie die Basis für die Diskussionen in der Jagdpolitik und für wichtige Entscheidungen. Außerdem seien heute beim Wildtiermanagement Zahlen und Fakten unverzichtbar, wenn die Jäger seriös und überzeugend in der öffentlichen Auseinandersetzung bei der künftigen Gestaltung der Jagd in Deutschland, in Niedersachsen, bestehen wollen. Der Rebhuhnbesatz im Landkreis liegt seit Jahren unverändert bei nur 0,2 Paaren pro Quadratkilometer Offenlandfläche. Pro 100 Hektar bejagbarer Fläche leben rund 10 Hasen.

Abschließend dankte er allen Revierinhabern und deren Mitjägern dafür, dass sie sich aktiv an der Wilderfassung beteiligt haben. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Quote der Rückmeldungen von derzeit 86 Prozent wieder zu steigern. Wir nähern uns zwar beharrlich den 100 Prozent, haben diese aber in der Jägerschaft noch niemals erreicht“, so Schumann zum Schluss.