Mit dem Einsetzen der Brut- und Setzzeit weist die Jägerschaft Osnabrück-Stadt e.V. darauf hin, dass bereits jetzt zahlreiche Jungtiere in Wiesen, auf Feldern und in der Nähe von Waldwegen zu finden sind. Junge Feldhasen, Bodenbrüter wie Kiebitze oder Fasane sowie viele weitere Wildtiere sind in dieser Phase besonders empfindlich gegenüber Störungen. In den kommenden Wochen werden auch bereits die ersten Rehkitze gesetzt.
Die Tiere liegen häufig gut getarnt im hohen Gras oder direkt am Wegesrand. Für Spaziergänger sind sie kaum zu erkennen – für die Wildtiere kann jedoch jede Annäherung Stress bedeuten, der zu Flucht oder sogar zum Verlust des Nachwuchses führen kann.
Warum besondere Rücksicht jetzt entscheidend ist
Die Jungtiere sind in den ersten Lebenswochen nahezu geruchslos und verlassen sich vollständig auf ihre Tarnung. Wird der Nachwuchs aufgescheucht oder berührt, kann die Mutter ihn unter Umständen nicht mehr annehmen. Stressige Fluchten zehren an der körperlichen Verfassung, gerade wenn die Tiere alle Kraft ins Wachstum stecken.
Bodenbrüter brüten oft nur wenige Meter neben Wegen oder an Randstreifen von Hecken. Schon kurze Störungen können dazu führen, dass die Gelege verlassen werden. Hunde stellen für Wildtiere eine große Gefahr dar, selbst wenn sie „nur spielen” oder neugierig sind. Ein kurzer Sprint ins Unterholz kann ausreichen, um Jungtiere zu verletzen oder Elterntiere zu vertreiben. Das gilt auch für Hauskatzen, die üblicherweise als „Freigänger“ den Tag oder die Nacht draußen verbringen – jährlich fallen den Katzen unzählige Jungtiere zum Opfer.
Verhaltensempfehlungen für Spaziergängerinnen und Spaziergänger
Hunde sollten unbedingt angeleint werden, insbesondere in Feld- und Waldbereichen. Das Laufen abseits der Wege sollte komplett unterbunden werden.
Wenn ein Tier offensichtlich verletzt oder in Gefahr ist, sind Meldungen zum Beispiel an die örtliche Jägerschaft oder die Polizei möglich. In der Regel ist ein menschliches Eingreifen aber nicht notwendig.
Bedeutung für den Natur- und Artenschutz
Die Brut- und Setzzeit ist eine der sensibelsten Phasen im Jahresverlauf. Störungen können ganze Bruten gefährden und sich langfristig auf die Populationen auswirken. Die Jägerschaft Osnabrück-Stadt e.V. bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger um besondere Rücksicht und Achtsamkeit, um den heimischen Wildtieren ein sicheres Aufwachsen zu ermöglichen.
Eine druckbare Version dieser Hinweise findet sich hier.
( Text: M. Aschmann/ Fotos: DJV )
