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Wild und Jagd

Seit Anfang der achtziger Jahre liegen die Auswertungen der Braunschweiger Jagdstrecken vor. Außerdem beteiligt sich die Jägerschaft alljährlich an der Wildtiererfassung über die tierärztliche Hochschule Hannover.

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Schwarzwild

Seit den 90er Jahren hat sich das Schwarzwild in Braunschweig stark ausgebreitet und kommt heute bis hinein in Stadtlebensräume vor. Dies liegt an der hohen Anpassungsfähigkeit und einer sehr starken Vermehrung. Als „Allesfresser“ finden Wildschweine günstige „Ersatzlebensräume“ im Maisanbau, Deckungsflächen wie Raps, Senf, Gehölze, Schilf, Brachland gemischt mit landwirtschaftlichen Flächen. Probleme sind neben Schäden in der Landwirtschaft und auf öffentlichen sowie privaten Grünflächen das Zerstören von Gelegen von Bodenbrütern und Jungwild, Amphibien und Kleinlebewesen durch übermäßiges Umbrechen des Bodens. Hinzu kommen Risiken von Krankheitsübertragungen der Afrikanischen Schweinepest, Europäischen Schweinepest, Aujeszkysche Krankheit und die Ansteckungsgefahr für Hauschweinbestände bzw. Hunde (Aujeszkysche Krankheit). Schwarzwild wird deshalb von der Jägerschaft intensiv bejagt, wie die stark ansteigende Jagdstrecke zeigt. Einzeljagd vom Ansitz, übergreifende Bewegungsjagden und künftig soll der Einsatz einer Schwarzwildfalle getestet werden.

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Rehwild

Rehwild kommt in relativ hohen Bestände in Braunschweig vor. Dies zeigen die hohen Jagdstrecken und zahlreiches Unfallwild. Überhöhte Rehwildbestände und ungünstige natürliche Verjüngungssituationen können zu Verbissschäden im Wald führen. Angemessene Bejagung, naturnahe Waldbewirtschaftung, Anlage von Äsungsflächen, Schaffung von ganzjährigen Einständen im Feld zur Abmilderung winterlicher Verbissschäden im Wald, Wildruhebereiche und Biotopvernetzung sind Maßnahmen, um den Rehwildbestand verträglich zu halten.

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Hase

Seit den neunziger Jahren ist ein starker Rückgang des Hasen in Braunschweig zu verzeichnen, auch in Niedersachsen ist die Hasenstrecke seit 2005 von 120.000 auf 60.000 Hasen stark gesunken. In vielen Revieren wird der Hase nicht mehr bejagt. Es gibt aber Ausnahmen und Schwankungen und teilweise erholen sich auch die Besätze, denn der Hase hat eine hohe Reproduktion und bei guten Lebensbedingungen sind gute Besätze zu beobachten. Treffsicher ist dies nur mit Scheinwerferzählungen zu ermitteln. Ursachen für die Bestandsrückgänge sind nicht eindeutig zu bestimmen. Negativ wirken nass-kalte Frühjahre, Krankheiten wie EBHS-Virus, Hasenpest (Tularämie), intensive landwirtschaftliche Verfahren durch große/schnelle Maschinen, die zu Junghasenverlusten führen. Wichtig ist die Lebensraumverbesserung, sind Ackerrand- und Blühstreifen, Wildäcker/-wiesen, Brachen, späte Wiesenmahd, wildkrautreiche Wiesen ohne Düngung und zusätzlich eine intensive Bejagung der Prädatoren inkl. Fallenjagd, besonders des Fuchses. Verstärkte Ursachenforschung ist notwendig und aktive Hege.

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Kaninchen

In den 70er und 80er Jahren gab es in Braunschweig extrem hohe Kaninchenbesätze und „Rekordstrecken“. Der Einbruch kam in den 90er Jahren. Krankheiten wie Myxomatose und RHD (Chinaseuche) sind offenbar Hauptursachen. Es gibt aber eine leichte Erholung „eiserner Bestände“ und gesunde urbane Bestände, die Schäden in Grünflächen und auf Sportplätzen verursachen. In der freien Landschaft sind Biotopanlage und -pflege sowie Prädatorenbejagung mit Fallenjagd (Fuchs, Marder, Iltis, Großes Wiesel ..) Maßnahmen, die dem Kaninchen helfen können.

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Fasan

In den 60er und 70er Jahren gab es in Braunschweig sehr hohe Besätze und Jagdstrecken. 1976 lag die Strecke bei 2000 Hähnen, ab 1979 Strecke 500 Hähne und seit Ende der 80er Jahre kam es zu einem stetiges Absinken der Bestände und Strecken. Seit 5 bis 8 Jahren gibt es einen Einbruch der Besätze auch in den „Hochburgen“ in Süd-West-Niedersachsen. Als Ursachen werden neben intensiver Landwirtschaft, ungünstige Witterung, Krankheitserreger, vor allem aber fehlende Insekten für die Aufzucht der Küken ausgemacht. Auch Prädatoren (Gelegeprädation) spielen eine Rolle. Fasanenhege bedeutet vor allem Lebensraumpflege. Wir Jäger sprechen von den 5 W´s, die der Fasan braucht: Wasser, Wald, Wiese, Weizen, Wärme. Zur Hege gehören Gehölze, Deckung, späte Wiesenmahd zum Schutz der Gelege, Ackerrand und –blühstreifen als gezieltes Insektenangebot, Winterfütterung und Prädatorenbejagung von Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Großes Wiesel, Waschbär, Marderhund Rabenkrähe, Schwarzwild.

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Rebhuhn

Das Rebhuhn war einst ein Charaktervogel in Braunschweig mit einer kleinstrukturierten Landwirtschaft. Kleine Schlaggrößen, Feldraine, Vielfalt der Äcker mit breiter Palette von Feldfrüchten, Kartoffeln, Getreide, Saaten, Brachen, „Sturzäckern“ boten ideale Lebensräume. Die intensive Landwirtschaft (große Schläge, intensiver Pflanzenschutz, fehlende Unkräuter und Insekten …) und auch deutlich mehr Beutegreifer sind Ursachen des Rückgangs der Rebhühner. Seit vielen Jahren besteht ein freiwilliger Bejagungsverzicht. Vor allem wo es noch Brutpaare gibt hilft eine verstärkte Hege mit Ackerrand- und Blühstreifen, Wildäckern, Feldrainen, Feldgehölze/hecken und zusätzlich eine starke Prädatorenbejagung inkl. Fallenjagd (Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Großes Wiesel, Waschbär, Marderhund, Rabenkrähen).

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Fuchs

Lag in Braunschweig die Jagdstrecke bis Ende der 80er Jahre unter 100 Füchsen, werden heute rd. 300 Füchse/Jahr in 30 Revieren erlegt, 2005 sogar über 400 Füchse und das ohne intensive Fang- und Baujagd. Der Fuchs ist ein extrem anpassungsfähiger Nahrungsgeneralist und er hat keine natürlichen Feinde. Räude und Staupe sind bei der hohen Population eine Ursache von Populationsschwankungen. Wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse belegen den negativen Einfluss des Fuchses auf bodenbrütende Arten. Ein Phänomen ist die so genannte „Prädatorenfalle“, d.h. punktuelle Lebensraumverbesserungen begünstigen offenbar auch den Fuchs, d.h. eine flankierende Raubwildbejagung (Fallenjagd!) ist unabdingbar, um die Hege und aufwendige Artenschutzprogramme und Biotopverbesserungen wirksam werden zu lassen.

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Nutria, Waschbär und Marderhund

Seit Ende der 90er Jahre breiten sich diese gebietsfremden Arten in Deutschland stark aus. In Braunschweig gab es seit ca. 10 Jahren zunächst Einzelabschüsse, jetzt zeigen die Strecken deutlich steigende Tendenz. Gute Lebensräume durch Fließgewässer, Deckung, ein hohes Nahrungsangebot begünstige diese Kulturfolger. Der Waschbär ist ein zusätzlicher Beutegreifer mit negativen Auswirkungen auf Niederwild und Bodenbrüter. Waschbär und Nutria sind mehr und mehr auch in die bebauten Bereiche vorgedrungen. Eine wirksame Bejagung ist nur mit zusätzlicher intensiver Fallenjagd möglich.