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Energiepflanzenanbau in Melle

. Innovative Landwirte sind dabei

. Pressemitteilung der Landesjägerschaft

. Erfahrungen und Ergebnisse in Niedersachsen

Beschilderung der Flächen durch Herrn Friedering, Herrn Bredenstein und Herrn Mithöfer an 14 Energiepflanzenflächen (Bunte Biomasse)

Beschilderung der Flächen

Beschilderung der Flächen

Foto: Britta Oberschorfheide

Foto: Britta Oberschorfheide

Foto: Britta Oberschorfheide

Pressemitteilung der Jägerschaft Melle e.V.

 

Stadtwerke Nürtingen fördern Energiepflanzenanbau in Melle

Innovative Meller Landwirte sind dabei

 

Seit mehr als zwei Jahren steht der Anbau von Wildpflanzen zur Energiegewinnung bei der Kooperation Lebensraum- und Artenschutz Melle (KLAr Melle) im Blickpunkt. Im Jahr vergangenen Jahr ist es der Jägerschaft Melle e.V. als Projektträger gelungen, zahlreiche Landwirte für dieses Projekt zu begeistern. Diese Landwirte haben über 250.000 qm für den Anbau von Wildpflanzen zur Verfügung gestellt. Die Saat der Wildpflanzen erfolgte zum großen Teil im August 2019. Die restlichen Flächen werden im Sommer 2020 bestellt.

Der Minderertrag für die Landwirte wird bei diesem Projekt durch Spendengelder der Deutschen Wildtier Stiftung gemeinsam mit der Veolia Stiftung und durch die Bürgerstiftung der Kreissparkasse Melle teilweise ausgeglichen.

Der Vorsitzende der Jägerschaft Melle, Fritz Mithöfer, zeigte sich jetzt hoch erfreut, dass mit den Stadtwerken Nürtingen ein weiterer namhafter Förderer den Wildpflanzenanbau in Melle unterstützt. Die Stadtwerke Nürtingen fördern mit Geldern aus ihrem Bienenstrom-Tarif weitere 100.000 qm Anbaufläche in Melle. Für den Projektträger Jägerschaft Melle ist besonders wichtig, dass hierbei keine Co-Finanzierung erforderlich ist. Bisher haben die Stadtwerke Nürtingen nur Projekte in ihrer Region, der Schwäbischen Alb, gefördert. Melle ist jetzt bundesweit der erste Bereich, der außerhalb der Heimatregion der Stadtwerke Nürtingen von dem Bienenstrom-Tarif profitiert.

Warum gerade Melle?

Diese Frage beantwortet Fritz Mithöfer gerne: Zu Beginn unserer Überlegungen waren wir durch eine Internetrecherche auf den Bienenstrom-Tarif der Stadtwerke Nürtingen aufmerksam geworden. Das muss doch auch in Melle gehen, war unser spontaner Gedanke. Sehr schnell stellten wir aber fest, dass man dazu einen Partner braucht, der für den Anbau von Wildpflanzen zur Energiegewinnung „brennt“. Und selbst dann sind bis zur Etablierung eines solchen Tarifes viele rechtliche und steuerrechtliche Hürden zu überwinden. In dieser Phase entstand intensiver Kontakt zu dem Projektleiter in Nürtingen, Dr. Manfred Albiez. Durch verschiedene Informationsveranstaltungen ist der Anbau von Wildpflanzen zur Energiegewinnung in Melle schon bei zahlreichen Landwirten angekommen. Die im Jahr 2018 von Landwirt und Jäger Jörg Oberschorfheide angelegte Anschauungsfläche überzeugt Landwirte und unterstützt hervorragend die Akquise weiterer Anbauflächen.  Mit der Firma BioConstruct ist in Melle ein innovativer Biogasanlagenbetreiber zur Abnahme des Pflanzensubstrats vorhanden. Das in Melle vorhandene Mix aus ehrenamtlicher Akquise von Anbauflächen, Kenntnisse im Anbau von Wildenergiepflanzen, ein Abnehmer für das Pflanzensubstrat und besonders aufgeschlossene Landwirte haben für die Stadtwerke Nürtingen den Ausschlag für eine Zusammenarbeit mit der Jägerschaft Melle gegeben.

Wie funktioniert der Bienenstrom-Tarif der Stadtwerke Nürtingen?

Der gewerbliche oder private Stromkunde zahlt im Bienenstrom-Tarif 1 Cent Bienenstromzuschlag. Dieser Zuschlag fließt in einen Finanztopf. Zum teilweisen Ertragsausgleich erhält der Wildpflanzen anbauende Landwirt aus dem Finanztopf eine jährliche Entschädigung. Selbstverständlich können interessierte Stromkunden auch in Melle den Bienenstrom aus Nürtingen beziehen und so effektive Umweltförderungen betreiben. kt Unter www.bienenstrom.de gibt es ausführliche Informationen und den Link zum Vertragsabschluss.

 

Wo liegen die ökologischen Vorteile beim Anbau von Wildpflanzen zur Energiegewinnung?

  • Erhöhung der Artenvielfalt. Die Wildpflanzenmischung besteht aus über 20, überwiegend blühenden, heimischen Pflanzenarten.
  • Lange Blühzeiten verbessern das Nahrungsangebot für Schmetterlinge und Insekten.
  • Dadurch signifikante Erhöhung der Anzahl der Insekten (nicht nur der Arten) zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für Bodenbrüter, weitere Feldvogelarten und Fledermäuse.
  • Schaffung dauerhafter Lebens- und Rückzugsräume für Wildtiere und Vögel.
  • Ab Aussaat für mindestens fünf Jahre keine Bodenbearbeitung. Dadurch entgehen z.B. Wildbienennester im Boden der Zerstörung.
  • Keine Bodenerosion, da nach dem erstmaligen Aufwachsen der Pflanzen keine Bodenbearbeitung mehr erfolgt. Ackerfläche ist ganzjährig bewachsen.
  • Verminderte Nitratbelastung des Grundwassers, da ganzjährig (außer Frostperioden) Nährstoffe entzogen werden.
  • Bereicherung des Landschaftsbildes

 

Die Jägerschaft Melle bedankt sich bei allen Landwirten, die bereit sind, neue Wege für die Artenvielfalt in der Feldflur zu gehen und auf ihren Flächen Wildpflanzen zur Energiegewinnung anbauen. Besonderer Dank gilt Jörg Oberschorfheide für die Anbauberatung und Saat sowie Ulrich Steinkamp für den unermüdlichen Einsatz in der Flächenakquise.

 

 

 

Melle, 27.04.2020

Hier der link zur Pressemitteilung der LJN

https://www.ljn.de/ueber_uns/aktuelles/news_artikel/news/energie_aus_wildpflanzen_grosse_chance_fuer_artenvielfalt_grundwasserschutz_und_bodenqualitaet/

im Anschluss an die Pressemitteilung finden sie den Erfahrungsbericht