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News-Artikel

Erster Schnitt: Von innen nach außen mähen!

In Kürze steht der so genannte "erste Schnitt" an. Der Mahdtermin von Grünland und -roggen fällt mit der Brut- und Setzzeit von Wildtieren und -vögeln zusammen. „Ducken und tarnen“ schützt zwar vor Feinden, nicht aber vor dem Kreiselmäher. Darauf machen Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN), Landvolk Niedersachsen und Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) aufmerksam.

Für die bevorstehenden Mäharbeiten geben die drei Institutionen gemeinsame Empfehlungen.

Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd: Entscheidend ist dabei, die Grünschnitt-Termine rechtzeitig, mindestens  24 Stunden vorher, mit dem Jagdpächter abzustimmen. Alternativ können die Bewirtschafter, die verantwortlich für die Wildtierrettung sind, selbst für Vergrämung und Absuchen der Flächen sorgen.

Bei kleinen Schlägen hilft es manchmal, den Abend zuvor Tüten, Flatterbänder oder Duftlappen aufzuhängen. "Je größer der Naherholungsverkehr in den Bereichen und je näher an Wohnbebauungen, desto unwirksamer sind solche Unterfangen in der Regel", sagt Bettina Diercks, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Jägerschaft Rotenburg. Elektronische Wildscheuen sollen laut Landesjägerschaft erprobt und relativ effektiv sein. Empfohlen wird von den Institutionen ein Gerät pro drei Hektar.

Durchgehen und Absuchen mit mehreren Menschen und auch Jagdhunden ist ein gutes Mittel. Viel Übung erfordert das Abfliegen mit einem Copter und Wärmekamera. Einge Jägerschaften beziehungsweise Hegeringe setzen sie bereits mit Erfolg ein. Der Hegering Sottrum startet in diesem Jahr erstmalig den Versuch, mit einem Copter Kitze zu finden.

Bewährt hat sich, beim Anmähen innen zu beginnen. Die mobileren Jungtiere flüchten in der Regel aus den Flächen, sofern es ihnen möglich ist. Außerdem als sehr effektiv haben sich akustische Wildretter herausgestellt, die mit einem Industriemagnet oder in einer Tasche mit Klettverschluss an den Mähwerken befestigt werden. Pro Mähwerk muss ein Gerät montiert werden, um die volle Wirkung zu erzielen. Kostenpunkt: Je Gerät etwa 65 Euro.

Entlang von stark befahrenen Straßen sollte möglichst einseitig von der Straße her mit der Mahd begonnen werden.

Die Saumbereiche sind als Aufenthaltsorte bei Reh, Hase, Fasan und Co. besonders beliebt und erfordern zusätzliche Vorsicht.In sensiblen Gebieten wie Flächen mit bekannt hoher Wilddichte sollte bei den Mäharbeiten die Geschwindigkeit verringert werden.

In der Dunkelheit sollte auf Mäharbeiten möglichst gänzlich verzichtet werden, da sich viele Wildtiere vor den hellen Scheinwerfer instinktiv drücken(ducken) und nicht mehr flüchten. (LJN/bd)